Pohlenzschänke, Leipe

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Postalisch und kommunal gehört die abgelegene Gaststätte zu Leipe, aber von da aus ist sie auf direktem Wege nur per Kahn erreichbar. Auf der Straße geht das nur über Burg, von der Ringchaussee abzweigend am Waldhotel Eiche vorbei.
Die Gaststätte hat ihren Namen seit Jahrhunderten von den Besitzergenerationen der Pohlenz. Das Haus steht auf einer der wenigen Talsandhorste, umgeben von Fließen, Gräben und sumpfigen Wiesen. Der Überlieferung nach soll sich der Leiper Fischer Christian Pohlenz auf solch einer Erhöhung 1765 niedergelassen haben. Es liegt nah zu vermuten, dass Besucher dieser Einöde, zumeist Fischer, Landwirte und Jäger, auch bewirtet wurden. Marie, seine Frau, soll damals mit ihren Fischgerichten einen gewissen Ruhm in Leipe und Burg erlangt haben. Sohn Friedrich hat später auf der Erfolgsgeschichte seiner Mutter aufgebaut. Er errichtete an gleicher Stelle ein größeres Blockhaus, nun schon mit Schankstube und soll 1786 das offizielle Schankrecht bekommen haben. Was in den folgenden einhundert Jahren geschah, ist nicht überliefert. Vermutlich wurde die Gaststätte ganz unspektakulär über die Generationen fortgeführt - kein Ereignis war es den Chronisten wert, notiert zu werden.
Als der Tourismusboom um die Jahrhundertwende einsetzte, war Friedrich Pohlenz (1862 – 1938), von allen nur Fritz genannt, war der Besitzer der Gaststätte. „Fritz“ Pohlenz verliebte sich in die 18-jährige Dienstmagd Marianne Witka (wendisch Marjana Witkojc). Aus dieser Verbindung entstammt die am 28. Mai 1893 geborene Wilhelmine, die spätere bedeutende wendische Dichterin Mina Witkojc. Zwei Jahre später gebar ihm Marianne noch Tochter Anna. Fritz Pohlenz heiratete dennoch nicht seine Dienstmagd, wie von dieser erhofft, sondern die Lübbenauerin Marie Görsch (1864 -1944). In der Folge wandte sich Marianne Witkojc von der Pohlenzschänke und dem untreuen Wirt ab und ging als Plätterin nach Berlin. Ausschlaggebend war sicher auch die Tatsache, dass im gleichen Jahr, als ihre Tochter Anna geboren wurde, eine andere Magd einen unehelichen Sohn gebar – Vater wieder Fritz Pohlenz. Es wird berichtet, dass er ihn später anerkannte und auf seinen Namen eintragen ließ. Aus der späteren Ehe mit Marie ging Tochter Gertrud hervor (1897 – 1987).
Neben dem sicher aufreibenden privaten Leben des Fritz Pohlenz, war auch ein stetig steigender Besucherstrom zu bewältigen. Die Ausflügler kamen mit dem Kahn auch bis zur entlegenen Pohlenzschänke. Von Berlin aus fuhren Züge, immer öfter auch Sonderzüge, in nicht einmal zwei Stunden nach Lübbenau – ein enormer Fortschritt nach der Postkutschenzeit. Für Werbung sorgten die Ausflügler selbst, wie aus Leserzuschriften in der damaligen Presse zu entnehmen ist. Ihre begeisterten Schilderungen von dem so anderen Land nicht weit von Berlin, fielen auf immer fruchtbareren Boden.
Um 1896 erhielt die Gaststätte, damals noch ein kleines Blockbohlenhaus, einen Saalanbau, den „Altwendischen“, wie er getauft wurde. Einen großen Gastraum für die zahlreichen Tagesbesucher hatte die Gaststätte nun, aber immer noch nicht genügend Übernachtungsbetten. Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts reiften Pläne, einen Steinbau zu errichten. Das Blockbohlenhaus wurde auf Erlenrollen gesetzt und etwa 50 Meter nach hinten verschoben. Die Lübbenauer Firma Trüstedt & Söhne errichtete im Winter 1924/25 am alten Platz den heute bekannten Ziegelbau mit Aussichtsturm. Das Baumaterial wurde ausschließlich mit Kähnen transportiert.
Fritz Pohlenz wollte, dass seine Tochter Gertrud die Geschäfte führt, wenn er nicht mehr dazu in der Lage ist. Sie war aber inzwischen mit dem Werbener Mühlenbesitzer Voigt verheiratet und an dessen Betrieb gebunden. Die Gaststätte wurde noch vor dem Ableben des Fritz Pohlenz, vermutlich erstmalig in ihrer Geschichte, verpachtet. Der Lübbenauer Oskar Callin übernahm 1932 mit seiner Frau Marie und deren damals  19-jährigen Zwillingstöchtern Dora und Margot die Gaststätte und führte sie durch die aufkommenden Kriegswirren bis 1947.
Bernhard und Elise Fittkau aus Lübbenau waren danach die neuen Pächter der Gaststätte. Zur Besitzerin der Pohlenzschänke, zur Gertrud Voigt, entspann sich im Laufe der Jahre eine nahezu familiäre Bindung. Fittkaus übernahmen auch deren Pflege in den letzten Lebensjahren. Im Laufe der Zeit konnte durch die Pacht Geld erarbeitet und letztlich die Pohlenzschänke erworben werden. Sohn Joachim Fittkau, invalid aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt, führte bald die Ausflugsgaststätte. Eine der dringlichsten Aufgaben war die Herstellung eines Stromanschlusses. Dem Antrag wurde staatlicherseits nur stattgegeben, weil sich die Fittkaus verpflichteten, den Strommasttransport selbst zu übernehmen. Vater und Sohn holten die Maste mit dem Ochsengespann am Hafen Waldschlösschen ab und ließen sie von den Tieren durch die sumpfigen Wiesen bis zu den jeweiligen Aufstellorten ziehen. Ende der 60er Jahre geriet die Gaststätte bis 1990 unter Verwaltung der HO Weimar und wurde als Kinderferienlager geführt. Im Lehder Karl-Heinz Starick fand sich nach der Wende ein neuer Pächter, er führte die Gaststätte von 1991 bis 2007. Joachim Fittkau, dem die Pohlenzschänke immer noch gehörte und der nie enteignet wurde, war inzwischen Rentner geworden. Er überschrieb 2008 die Gaststätte auf seine Tochter Stephanie Fittkau.


Eigentlich gehört sie zu Leipe, aber von da aus ist sie auf direktem Wege nur per Kahn erreichbar. Wählt der Leiper den Fahrradweg über Burg-Waldschlößchen, kann er im Halbkreis auf die Gaststätte zufahren. Mit dem Auto geht es nur in  einem noch größeren Halbkreis, nämlich über Burg-Dorf. Dem Ort ist die Gaststätte zumindest wirtschaftlich ohnehin zuzuordnen. Postalisch und telefonisch schon seit langem. Die Straße, die es erst seit … gibt, führt von der Ringchaussee am Waldhotel Eiche vorbei direkt zur Gaststätte und verliert sich dann auf einem holprigen Weg. Wer den Betonplattenweg weiter fährt, kommt nach einer halben Stunde ordentlich durchgeschüttelt an der Wotschofska an. Die Straße hat den Namen Polenzweg, ohne „h“. Irgendjemand hat beim Straßenschild den Buchstaben weggelassen und sorgt somit jährlich neu bei den Urlaubern für Verwirrung: „Sind wir auf dem richtigen Weg? Wir wollen eigentlich zur Pohlenzschänke..“!
Die Gaststätte hat ihren Namen seit Jahrhunderten von den Besitzergenerationen der Pohlenz. Deren Namen wiederum ist aus dem Wendischen (polenca) abgeleitet und bedeutet so viel wie überschwemmte Wiese oder der auf einer Wiese Wohnende (polenc). Was auch nachvollziehbar ist. Das Haus steht auf einer der wenigen Talsandhorste, umgeben von zahlreichen Fließen, Gräben und sumpfigen Wiesen. Der Einheimische nennt die kleinen, kaum bemerkbaren Erhebungen Kaupen. Durch langjährige Beobachtungen wissen sie, dass hier das Hochwasser eher selten Schäden anrichtet. Schlangen halten sich gern an solchen Stellen auf, hier ziehen sie erfolgreich ihren Nachwuchs auf - wo Schlangen leben, können auch Menschen wohnen, so der logische Schluss der Neusiedler. Vielleicht ist das der tatsächliche Ursprung der Schlangenverehrung der wendischen Bevölkerung?

Wie alles begann


Der Überlieferung nach soll sich der Leiper Fischer Christian Pohlenz auf solch einer Erhöhung 1765 niedergelassen haben. Es liegt nah zu vermuten, dass Besucher dieser Einöde, zumeist Fischer, Landwirte und Jäger, auch bewirtet wurden – liegen hier die Anfänge der Pohlenzschänke? Marie, seine Frau, soll schon damals mit ihren Fischgerichten einen gewissen Ruhm in Leipe und Burg erlangt haben. Sohn Friedrich hat später auf der Erfolgsgeschichte seiner Mutter aufgebaut. Er errichtete an gleicher Stelle ein größeres Blockhaus, nun schon mit Schankstube. Er soll 1786 das offizielle Schankrecht bekommen haben. Was in den folgenden einhundert Jahren geschah, ist nicht überliefert. Vermutlich wurde die Gaststätte ganz unspektakulär über die Generationen fortgeführt, kein Ereignis war es den Chronisten wert, notiert zu werden.

Fritz Pohlenz

Friedrich Pohlenz (1862 – 1938), von allen und auch von ihm selbst nur Fritz genannt, war zu Zeiten des beginnenden Tourismusbetriebes Besitzer der Gaststätte. Seine Mutter, eine geborene Sniegulla aus Raddusch, war ihm eine große Stütze in der Wirtschaft. Sie ging ihr Leben lang in wendischer Tracht und sprach auch Wendisch. „Fritz“ Pohlenz, selbst schon über Dreißig, verliebte sich in die 18-jährige Dienstmagd Marianne Witka (wendisch Marjana Witkojc). Aus dieser Verbindung entstammt die am 28. Mai 1893 geborene Wilhelmine, die spätere bedeutende wendische Dichterin Mina Witkojc. Zwei Jahre später gebar ihm Marianne noch Tochter Anna. In den Tauflisten der Gemeinde Burg ist für Mina Witkojc nur die Mutter eingetragen, insofern gibt es keine amtliche Bestätigung der Vaterschaft Pohlenz´, er hat sie und ihre Schwester wohl auch nie als leibliche Kinder anerkannt. Mina Witkojc schreibt später über ihre Kindheitsaufenthalte in der Pohlenzschänke, und es sind keine Zweifel aus dem Umfeld bekannt, dass Fritz Pohlenz der Vater war.
Fritz Pohlenz heiratet nicht seine Dienstmagd, wie von dieser erhofft, sondern die Lübbenauerin Marie Görsch (1864 -1944). In der Folge wandte sich Marianne Witkojc von der Pohlenzschänke und dem untreuen Wirt ab und ging als Plätterin nach Berlin. Ausschlaggebend war sicher auch die Tatsache, dass im gleichen Jahr, als ihre Tochter Anna geboren wurde, eine andere Magd einen unehelichen Sohn gebar – Vater wieder Fritz Pohlenz. Es wird berichtet, dass er ihn später anerkannte und auf seinen Namen eintragen ließ. Aus der späteren Ehe mit Marie ging Tochter Gertrud hervor (1897 – 1987). Sie heiratete später den Werbener Mühlenbesitzer Martin Voigt (1888 – 1945).

Die Gäste kommen und kommen ...


Neben dem sicher aufreibenden privaten Leben des Fritz Pohlenz, war auch ein stetig steigender Besucherstrom zu bewältigen. Um die Jahrhundertwende herum besuchten immer mehr Ausflügler den Spreewald. Sie kamen mit dem Kahn auch bis zur entlegenen Pohlenzschänke. Der Besucherandrang ist auf verstärkte Werbung zurückzuführen und auch auf den technischen Fortschritt. Von Berlin aus fuhren Züge, immer öfter auch Sonderzüge, in nicht einmal zwei Stunden nach Lübbenau – ein enormer Fortschritt nach der Postkutschenzeit. Für Werbung sorgten die Ausflügler selbst, wie aus Leserzuschriften in der damaligen Presse zu entnehmen ist. Ihre begeisterten Schilderungen von dem so anderen Land nicht weit von Berlin, fielen auf immer fruchtbareren Boden. Angestoßen hat den Ausflugsverkehr kein Geringerer als der Lübbenauer Lehrer und Publizist Paul Fahlisch (1844 – 1930).
Gastronomen und Fährleute mussten sich auf den Besucheranstieg einstellen. Die meist zu kleinen Gaststätten waren dem Ansturm oft nicht mehr gewachsen. Übernachtungsmöglichkeiten waren knapp, zumeist sehr primitiv und so gar nicht dem Geschmack der Großstädter entsprechend. Anbauten waren die Folge, so auch in der Pohlenzschänke. Um 1896 erhielt die Gaststätte, immer noch ein kleines Blockbohlenhaus, einen Saalanbau, den „Altwendischen“, wie er in der Werbung dann genannt wird. Damit nicht genug, wird bis heute immer wieder darauf verwiesen, dass er nach Plänen Schinkels entstand. Angeblich hatte ein Familienmitglied der Pohlenz‘ beim Bau der Kirche in Straupitz als Zimmermann gearbeitet und dort Kontakt mit dem berühmten preußischen Baumeister gehabt. Das ist schon insofern fragwürdig, weil Karl Friedrich Schinkel nachweislich nie selbst in Straupitz war und der Altwendische Saal erst 55 Jahre nach dessen Tod gebaut wurde. In jedem Fall aber ist er dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend errichtet worden und zeigt Züge der schinkel’schen Handschrift.


Künstler haben der Gaststätte ihren Stempel aufgedrückt

Der Dresdener Kunstmaler Heynemann schuf 1905 die noch heute gut erhaltenen Wandbilder. Fritz Pohlenz hat den Maler gern gewähren lassen, der bekam statt Lohn freie Unterkunft und Verpflegung. Der Lübbenauer Maler Grüßer hat später das Jagdzimmer mit Motiven aus der Natur- und Tierwelt gestaltet. In der Zeit, als die Pohlenzschänke Kinderferienlager war und von der HO Weimar verwaltet wurde, wurden bei Renovierungsarbeiten diese Wandbilder einfach übertüncht. Erst vor wenigen Jahren konnten einige von ihnen wieder aufwendig freigelegt werden.
Von Grüßer stammt auch der kunstvoll verzierte Wandspruch in der Fährmannsstube. Otto Belaschk, ein Fährmann und von allen nur „Kaupchen“ genannt, hatte ihn verfasst.
Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts reiften Pläne, einen Steinbau zu errichten. Geld dürfte inzwischen angespart worden sein, kreditwürdig war die Gaststätte vermutlich ohnehin. Das Blockbohlenhaus wurde auf Erlenrollen gesetzt und etwa 50 Meter nach hinten verschoben. Die Lübbenauer Firma Trüstedt & Söhne errichtete im Winter 1924/25 am alten Platz den heute bekannten Ziegelbau mit Aussichtsturm. Das Baumaterial wurde ausschließlich mit Kähnen transportiert und im Mai 1925, pünktlich zu Saisonbeginn, konnte die neue Gaststätte eröffnet werden.



Unruhige Zeiten


Fritz Pohlenz verstarb 1938, seine Tochter Gertrud sollte mal die Geschäfte führen. Sie war aber inzwischen mit dem Werbener Mühlenbesitzer Voigt verheiratet und an dessen Betrieb gebunden. Die Gaststätte wurde noch vor dem Ableben des Fritz Pohlenz, vermutlich erstmalig in ihrer Geschichte, verpachtet. Der Lübbenauer Oskar Callin übernahm 1932 mit seiner Frau Marie und deren damals  19-jährigen Zwillingstöchtern Dora und Margot die Gaststätte und führte sie durch die aufkommenden Kriegswirren bis 1947.

Die Fittkaus ziehen ein


Die Besitzerin der Pohlenzschänke, Gertrud Voigt, war nach der Beendigung des Pachtvertrages mit Oskar Callin auf die Suche nach einem neuen Pächter. Sie war nach dem frühen Tod ihres Gatten 1945 noch mehr in das Werbener Mühlengeschäft eingebunden und dort unabkömmlich. Irgendwie müssen Bernhard und Elise Fittkau aus Lübbenau von deren Suche erfahren haben und nahmen den Kontakt zu ihr auf. Die Fittkaus hielten zur gleichen Zeit Ausschau nach einem neuen Zuhause und nach neuer Arbeit - besonders hinsichtlich ihres einzigen Sohnes Joachim. Dieser war in sowjetischer Kriegsgefangenschaft verunglückt und wäre vermutlich nach seiner Heimkehr nicht mehr zu schwerer körperlicher Arbeit in der Lage gewesen. Eine Gaststätte…, das könnte das Richtige sein, waren ihre Überlegungen damals. Der Pachtvertrag kam schnell zustande. Zur Besitzerin der Pohlenzschänke, zur Gertrud Voigt, entspann sich im Laufe der Jahre eine nahezu familiäre Bindung. Fittkaus übernahmen auch deren Pflege in den letzten Lebensjahren. Im Laufe der Zeit konnte durch die Pacht Geld erarbeitet und letztlich die Pohlenzschänke erworben werden. Die Gaststätte florierte, im Sommer war der Ansturm kaum zu bewältigen. Ingeborg Lossack aus Leipe gehörten in den frühen Fünfzigern zu den Saisonkräften: „Wir sind an den Wochenenden, zu dritt oder zu viert mit dem Kahn zur Pohlenzschänke gefahren. Gestakt wurde abwechselnd. Die Arbeit dort war angenehm, weil alles ebenerdig war. Chefin war damals Frau Fittkau (Mutter von Joachim Fittkau). Ihr Bruder hat nach Feierabend den letzten wegfahrenden Gästen mit der Trompete Soli geblasen. Joachim Fittkau setzte sich manchmal nach getaner Arbeit ans Klavier und wir saßen dann noch eine Weile beisammen. Manchmal fuhren wir erst spät abends nach Hause zurück.“

Auf Joachim Fittkau, dem neuen Besitzer wartete viel Arbeit. Eine der dringlichsten war die Herstellung eines Stromanschlusses. Bis in die frühen fünfziger Jahre behalf man sich mit Karbidlampen, um wenigstes etwas Licht zu haben. Dem beantragten Stromanschluss wurde staatlicherseits nur stattgegeben, weil sich die Fittkaus verpflichteten, den Strommasttransport selbst zu übernehmen. Vater und Sohn holten die Maste mit dem Ochsengespann am Hafen Waldschlösschen ab und ließen sie von den Tieren durch die sumpfigen Wiesen bis zu den jeweiligen Aufstellorten ziehen.

Die Wende sicherte die ursprünglichen Verhältnisse. Die Pohlenzschänke war um 1990 wieder in die Verantwortung der Familie Fittkau übergegangen. Die Verwaltung durch die HO Weimar war ebenso beendet, wie auch das Ende der Handelsorganisation selbst absehbar war. Im Lehder Karl-Heinz Starick fand sich ein neuer Pächter, er führte die Gaststätte von 1991 bis 2007. Joachim Fittkau, dem die Pohlenzschänke immer noch gehörte und der nie enteignet wurde, war bereits im Rentenalter. Die eigene Tochter Stephanie noch in der Ausbildung und noch nicht zur Übernahme bereit. Erst 2008 erfolgte dann die Überschreibung des Eigentums auf Stephanie Fittkau.

 

Die Fotos stammen aus unterschiedlichen Quellen; eine Verwendungsgenehmigung liegt vor.

 

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