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Am Anfang war ein Tisch, ein Camping-Klapptisch. Ganz zu Anfang und auch nur ganz kurz war es der Verkaufsstand der Ehefrau Ursula, die ihr Einzelhandelsunternehmen zum Familienunternehmen umstrukturiert hatte, um Ehemann Norbert eine neue Existenz zu geben. Am Lübbener Hafen sollten in den ersten Nachwendejahren Spreewaldpuppen und andere Souvenirs verkaufen werden, ganz so wie sie es von Spreewaldbesuchen aus ihrer Kinderzeit her kannte. Auch Norbert Paul wollte mit seinen Gurken einziehen. Aber Gurken und Puppen… das ging irgendwie nicht und so verkaufte er seine ersten Konserven auf dem genannten Klapptisch. Die Nachfrage war groß, auch die nach Verkostung und so entwickelte sich das Geschäft und weitete sich aus. Heute hat er seinen eigenen Stand, den „Gurken Paule“, auf der Schlossinsel, aber damit nicht genug: „Ich brauche den Kontakt mit den Leuten, ich habe Spaß daran, sie für etwas zu begeistern und merke auch, dass ich mit meiner Art gut ankomme“, schätzt er nach nun fast 20 Jahren ein. Am Fließ stehend preist er „seine“ Gurken zur Verkostung an, natürlich mit der stillen Hoffnung, dass die Kahnfahrgäste sich später im Hafen dann auch für seine Ware entscheiden: „Wissen Sie, warum das Rudel des Fährmanns so lang und unten abgeflacht ist? Damit er Ihnen meine Gurken reichen kann!“ Der so angesprochene Fährmann hält ihm das Rudel hin und Norbert Paul platziert blitzschnell einige Kostproben auf dem Blatt, damit sie den Gästen gereicht werden können. „Ich will die besten Gurken des Spreewaldes verkaufen, deshalb haben wir in der Familie und im Freundeskreis alle Anbieter unter die Lupe genommen und uns dann auf zwei Lieferanten geeinigt, die uns nun schon seit 10 Jahren die ‚qualitative Treue’ halten“, so Paul. Mit seinem Geschäft blieb er stets mobil, er musste es auch sein: Viele Baumaßnahmen, besonders auf und vor der Stadtinsel führten notwendigerweise zu Platzwechsel. Die Fährmänner empfahlen ihm, sich endlich auch mal einen Namen zuzulegen: „Nenn dich wie du willst, unseretwegen auch ‚Gurken Paule’, Hauptsache wir und die Gäste sehen dein Schild schon von weitem!“ Der Name war geboren und ist sogar seit 1999 als Marke geschützt. In Lübben kennt ihn jeder, aber nicht nur dort: In Berlin und im Umland hat „Gurken Paule“ seine Stände und bei vielen Veranstaltungen ist er dabei und wird auch immer wieder angefragt. In die Partnerstädte geht er als „Botschafter Lübbens“, bei den Tourismusbörsen, auf zahlreichen weiteren Veranstaltungen und in vielen TV-Sendungen war und ist er präsent. Spreewald und Gurke – wie kaum ein anderer trägt „Gurken Paule“ diese Symbiose nach außen. Zahlreiche Busunternehmen fahren Lübben oft auch nur als Zwischenstopp an, nur damit er die Fahrgäste unterhält, die sich dann auch gern mit seinen Spreewaldgurken für die Weiterfahrt eindecken. Peter Becker (03.02.09)
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