EliZa

EliZa, Lübbenau

  • Augenoptikmeisterin
  • Rockerin

„EliZa “ – Elisa Nürnberger


„Es war wie jedes Jahr zu Weihnachten: Ich sang artig mein Lied und schielte dabei schon auf die Geschenke. Anders war nur, dass ein neues Familienmitglied dabei war. Meine Tante hatte ihren Freund mitgebracht, den Dirigenten Hendrik Kralle“, erinnert sich die damals 13-jährige Cottbuserin Elisa Nürnberger an den Tag in ihrem Leben, der zum Glückstag werden sollte. Bis dahin nahm die Familie das Gesangstalent des Mädchens als normal hin, als nichts Besonderes. Musiker Kralle dagegen war so beeindruckt, dass er Elisa gleich darauf in sein Studio einlud und eine erste CD mit ihr einspielte. „Da war ich plötzlich mächtig stolz auf mich: So jung und schon eine erste CD!“ Noch heute, 15 Jahre später, ist dieser Stolz vorhanden, wenn auch die Töne wieder etwas nachdenklicher und leiser werden: „Mit einer einzigen CD ist noch lange nicht die Musikerkarriere gelaufen, damit beginnt im allergünstigsten Fall eine Laufbahn“, bekennt EliZa, wie sie sich inzwischen nennt. Es folgten Gesangsunterrichtsstunden im Cottbuser Konservatorium und eine Reihe erster Auftritte bei Schul- und Volksfesten. In der Peitzer Schulband – die Familie war inzwischen nach Maust umgezogen- profilierte sie sich ebenso, wie später in der „US-Partyband“. „Hier hast du 50 Titel und eine Woche Zeit“, so damals Bandchef Ulli Schenker. „Diese Zeit war eine Schule fürs Leben. Ich habe so ganz früh Disziplin gelernt, die ich heute nutzbringend anwenden kann. Wenn ich früh fit sein will, muss ich abends zeitig ins Bett – ganz entgegen dem allgemeinem Bild vom Musikerleben“, bekennt die Sängerin. Hunderte von Auftritten folgten und weitere CD-Veröffentlichungen.
Und immer wieder zwischendurch „Trainingsstunden“ in Karaoke-Shows. Hier konnte sie sich ausprobieren und ganz nebenbei auch mal ein paar Siege einheimsen. Das Rundschau-Casting mit Detlef D Soost 2005 hat sie gewonnen und auch noch später viele Preise abgeräumt. Ihren ersten Fernsehauftritt hatte sie schon mit 18 Jahren und mit ihrem ersten eigenen Titel im - tschechischen Fernsehen.
Daheim, in Maust, war sie auf jedem Fest zu sehen und zu hören. „Besonders gern war ich bei den Fastnachtsumzügen dabei. Die wendische Tracht dabei zu tragen, ist für mich immer ein großes Vergnügen. Allein das Anziehen ist schon ein Festakt für sich“, berichtet Elisa Nürnberger über diesen uralten wendischen Brauch des Winteraustreibens, der heute wieder in vielen Orten der Niederlausitz zelebriert wird. In Maust hat sie auch immer noch ihr Pferd stehen – eine weitere Leidenschaft. Wann immer es die Zeit erlaubt, zieht sie auf dem Pferderücken durch die Maust-Peitzer Gegend. „Ganz am Anfang habe ich sogar am Turnierreiten teilgenommen und sogar einmal gewonnen“, erzählt sie über diese Zeit. An den ganz wenigen ruhigen Tagen, die es in ihrem Musikerleben gibt, zieht sie sich auch gern mal zurück, holt die Malutensilien hervor und porträtiert Menschen.
Nach der Realschule ging es zur Optikerlehre, der nahtlos auch die Meisterprüfung folgte. Wer EliZa nicht nur auf der Bühne hören will und sie mal ganz nah sehen möchte, kann sie in einem der zwei Cottbusser Familien-Optikergeschäfte antreffen. Gemeinsam mit ihrer musisch begabten Schwester Maria, ebenfalls Augenoptikmeisterin und ihrer Mutter Martina betreiben sie diese Läden. Allerdings gehört eine Portion Glück dazu, denn sie steht nur noch selten im Geschäft. „Nach Auftritten brauche ich mal etwas Zeit zum Runterfahren. Dabei denke ich dann aber auch gleich wieder an neue Projekte und Texte. Beim Joggen, kommen mir dann die besten Ideen“, bekennt die leidenschaftliche Sportlerin, die sich zum Beispiel auch beim Spreeathlon ihre Bühnenfitness holt. „Ich fühle mich in der Natur, besonders im Spreewald, pudelwohl. Früher zog es mich in die Großstädte, jetzt aber weiß ich, dass das ländliche Leben gut für mich ist.“ Inzwischen ist sie noch näher an der Natur dran. Seit 2010 wohnt sie in der Lübbenauer Altstadt, ganz dicht am Spreewald.
ELIZA steht für zumeist deutschsprachige Rockmusik: „Frech und frisch wollen wir sein“, so die Sängerin. Sie macht auch keinen Bogen um aktuelle Themen und prangert die Unterhaltungsmedien an: "DSDS, unser Bauer sucht sie, ganz Mitten im Leben, Goodbye Germany..." Sie selbst nennt ihre Musik „EliZas Deutsche Welle“ und sieht sich irgendwo zwischen Christina Stürmer, Nina Hagen und Rosenstolz.
Gemeinsam mit Michael Roob (auch bekannt als „Krabuka“), Alexander Dorn (Keyboard), Norman Dräger (Schlagzeug) und Lutz Jank (Bass) steht die große Frau mit der noch größeren Stimme auf der Bühne und rockt vom ersten Takt an das Publikum. Sie ist weit zu hören. Hoffentlich so weit, dass sie es mal auf die ganz großen Bühnen schafft. Verdient hätte sie es sich allemal.

November 2011: Neues Album erscheint


Peter Becker, 03.07.11

 

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